BoH Waisen

Unterwegs in Indien

Im Januar 2018 war unsere neue Vorstandsvorsitzende Pastorin Christina Döhring zusammen mit Vertretern der EBM (Europäisch-Baptistische Mission) in Indien unterwegs. Dort besuchten sie verschiedene Projekte der EBM wie auch Bridge of Hope.

Indien ist ein riesiges, buntes Land. Nicht nur Flora, Fauna und Sprachen sind vielfältig, sondern auch Armut und Reichtum bilden krasse Gegensätze. Laut UNO hat es zudem die höchste Sklavenquote weltweit, geschätzte 15 Millionen Betroffene.

Die EBM hat insgesamt 16 Partner vor Ort, die sich für die Not leidende Bevölkerung einsetzen mit Kinderheimen, Ausbildungsprogrammen, medizinischer Versorgung und Essensausgaben. Sieben dieser Partner wurden im Januar durch ein Team von Pastor Christoph Haus, dem Generalsekretär der EBM, besucht. Am Ende der Rundreise trafen auch die anderen Partner auf einer Konferenz in Mumbai mit dem deutschen EBM-Team zusammen. Im Auftrag des Netzwerks gegen Menschenhandel e.V. durfte ich das Team auf seiner Reise begleiten.

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Wo immer wir hinkamen, wurden wir sehr herzlich und gastfreundlich empfangen. Die Dankbarkeit der Menschen für die finanzielle Unterstützung durch die EBM ist groß. Diese Hilfe macht in ihrem Leben einen deutlichen Unterschied. Einige Beispiele möchte ich im Folgenden nennen.

  • Kinderheime: Ungewollten Kindern, die nach ihrer Geburt auf dem Feld ausgesetzt werden, wird ein Leben im Kinderheim ermöglicht. Dort werden sie versorgt, hören von Jesus, erhalten Geborgenheit, Sicherheit und Schulbildung. Pastor Rufus Kamalakar von ALMA (Abundant Life Ministries Association) leitet beispielsweise ein Kinderheim nahe der Tempelstadt Srikalahasti, weil dort aufgrund von Tempelprostitution besonders viele Kinder sich selbst überlassen werden.
  • Ernährungsprogramme: Kinder der Allerärmsten werden durch einen täglichen Becher Milch und zwei Eier pro Woche vor Unterernährung geschützt. ALMA unterhält seit Jahren in 16 Dörfern rund um Nellore solche „Milk and Egg“-Programme. Dadurch haben sich mit der Zeit ganze Dorfgemeinschaften verändert. Sie sind offen für Hygieneschulungen, Menschen beginnen, Verantwortung für ihre Familien zu übernehmen und kommen zum Glauben an Jesus Christus und Gemeinden entstehen.
  • Ausbildungen: Frauen, deren Ehemänner z. B. ihr Einkommen nicht an die Familie weitergeben, lernen in Schulungen, wie sie sich und die Kinder durch Nähen oder Fischverkauf versorgen können. Eins dieser Projekte leitet Jacob Yeguri aus Bogole nahe der Ostküste. Seine Organisation CRWDS (Community Rural Welfare Development Society) bietet solche Kurse für Frauen an. Sie finden in einer Art Bürgerhaus statt, das die Christen vor Ort gebaut haben und zudem als Gemeindehaus dient.

NähschuleBoHIndien

  • Ganzheitliche Hilfe: Auf dem Campus „Bridge of Hope“ (Hoffnungsbrücke) finden Menschen mit ganz verschiedenen Nöten Hilfe: Ein medizinisches Zentrum ermöglicht selbst den Ärmsten ärztliche Behandlungen. Das Kinderheim nimmt Jungen und Mädchen auf, die Halb- oder Vollwaisen sind, zu weit von einer Schule entfernt leben oder deren Familien aufgrund von Armut ihre Kinder nicht selbst versorgen können. Ein Ausbildungszentrum bietet zudem für Frauen Grundkurse im Nähen an sowie ein zertifiziertes Ausbildungsprogramm, das die Fächer Fortgeschrittenes Nähen, Computerwissen, Englisch und Kommunikation enthält.


Beeindruckt haben mich die indischen Christen, die Zeit, Kraft und ihr Vermögen einsetzen, um den Ärmsten der Armen zu helfen. In Indien ist diakonisches Handeln keine Option, sondern zwingend nötig, will man glaubwürdig Christus verkündigen. Ihr Einsatz macht für die Betroffenen einen existenziellen Unterschied: Für manche geht es ums Überleben. Zudem gilt: Wer ein Zuhause und eine Schulbildung erhält, ist besser vor Arbeitsausbeutung und Menschenhandel geschützt. Mir wurde deutlich, dass indische Christen auf unsere Unterstützung angewiesen sind – nicht rein finanziell, sondern auch durchs Gebet. Die religiös-nationalistische Regierung erschwert es ihnen zunehmend, ihren Glauben zu praktizieren. Auf der anderen Seite geschieht Gutes und die christlichen Gemeinden wachsen. Gottes neue Welt breitet sich aus. Das hat mich sehr ermutigt. So bietet die Arbeit der EBM in Indien eine exzellente Möglichkeit, sich mit Christen vor Ort eins zu machen und Gutes in dieser Welt zu bewirken.

BoH Mädels Tina

Christina Döhring ist Pastorin der EFG Siegburg.

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