Worum geht es?

Menschenhandel ist eine Form der modernen Sklaverei. Noch nie waren Sklaven so zahlreich und billig wie jetzt. Während ein Sklavenbesitzer in den USA im Jahr 1850 ca. 40.000 heutige US Dollar für einen Sklaven bezahlte, kostet ein Sklave heute im Durchschnitt nur 90$ Quelle: freetheslaves.org

iStock 000033443536Medium mattz90Obwohl sie nicht viel kosten, werden jährlich fast 32 Milliarden $ mit Sklaven „erwirtschaftet“ - fast 28 Milliarden davon allein durch die sexuelle Ausbeutung Quelle: UNODC. Obwohl ca. 46.000 Opfer von Menschenhandel im Jahr 2012 weltweit offiziell identifiziert wurden, schätzen Experten, dass 27 Millionen Menschen zurzeit als Sklaven leben Quelle: US TIP Report.

Laut internationalen Gesetzen wird Menschenhandel anhand von nur drei Kriterien definiert Quelle: Palermo Protokoll 2000:

Aktion: Die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen

Mittel
: durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung

Zweck:
zum Zweck der Ausbeutung

Menschenhandel umfasst das Kontrollieren einer Person durch Gewalt, Betrug oder Zwang, um sie auszubeuten und wird in vielen verschiedenen Formen ausgeübt:

 

Sexsklaven (sexuelle Ausbeutung)

  • Zwangsprostitution, auch sogenannte "Loverboys"
  • Zwangsheirat
  • Pornografie
Arbeitssklaven (ausbeuterische Arbeitsverhältnisse)
  • Zwangsarbeit durch Einschüchterung, Bedrohung, Wegnahme der Papiere
  • unwürdige Bedingungen
  • keine Schutzmaßnahmen z.B.auf dem Bau, bei der Arbeit mit Asbest etc.
  • Scheinarbeitsverträge mit falschen Lohnversprechen
  • besonders häufig im Gaststättengewerbe, bei Haushaltshilfen, Au Pair, auf dem Bau, in der Landwirtschaft und im Pflegebereich
Kindersklaven
  • Ausbeutung durch teilweise sehr gefährliche Arbeit (Bergwerke, Chemikalien, Kindersoldaten, Kameljockeys in Arabien...)
  • Kinderpornografie und -prostitution, Heiratsvermittlung
  • Ausbeutung durch illegale Tätigkeiten (Betteln, Drogenhandel)
  • Adoptionshandel

 

Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung (Zwangsprostitution) oder
zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft (Zwangsarbeit)iStock 000033443674Medium mattz90 ist moderne Sklaverei. Sie stellt – für die aufgeklärte westliche Welt – ein beschämendes Problem dar, das rasant wächst. Deutschland ist Transit- und Zielland vor allem für Frauen aus Zentral- und Osteuropa.

Menschenhandel ist eines der am stärksten wachsenden „Wirtschaftszweige“ und gilt als Geschäft mit geringem Risiko und hohem Gewinn.

So kommt es, dass auch junge Mädchen aus westeuropäischen Umfeld leichte Beute für Menschenhändler werden. Hinter dem freundlich klingenden Begriff "Loverboy" verbirgt sich eine menschenverachtende Methode, die es zu durchschauen gilt. 

Je aufmerksamer Menschen also an dieser Stelle sind
– persönlich und politisch –, umso höher wird auch das Risiko für die Menschenhändler!

Opfer von Menschenhandel sind meistens schwer traumatisiert und leiden ihr ganzes Leben lang physisch und psychisch an dieser massiven Gewalterfahrung. Ihr Selbstverständnis ist häufig dauerhaft erschüttert und Gefühle vollständigen Kontrollverlustes sind beherrschend. Umso wichtiger ist es, dass die Opfer eine qualifizierte Traumatherapie erhalten, was leider oft nicht der Fall ist.

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