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Rund um den Internationalen Frauentag

Vergangene Woche stand veranstaltungstechnisch alles im Zeichen des Internationalen Frauentages. In Berlin wurde der 8. März bereits zum vierten Mal als gesetzlicher Feiertag begangen. Drei spannende Veranstaltungs- bzw. Film-Tipps an der Schnittstelle zwischen Frauenrechten und Menschenhandel möchten wir Ihnen nicht vorenthalten und Sie im Namen der Veranstalterinnen und Veranstalter dazu einladen, sie sich im Nachgang zu anzuschauen.

Women Against Human Trafficking

Das Genfer Collège Universitaire Henry Dunant (CUHD) veranstaltete am Internationalen Frauentag ein Webinar mit dem sprechenden Titel „Women Against Human Trafficking“. Trotz anhaltender Folgen seiner COVID-19-Infektion ließ Michel Veuthey, Gründer des CUHD und Botschafter des Malteserordens zur Überwachung und Bekämpfung des Menschenhandels, es sich nicht nehmen, mit Sauerstoffmaske persönlich durch den Abend zu führen. „Everywhere in the world we find women at the forefront of the fight against trafficking“, so Veuthey zu Beginn der Veranstaltung. Drei Frauen, die sich um die Bekämpfung des Menschenhandels und vielfältige Unterstützungsangebote für Betroffene verdient gemacht haben, gewährten den am Webinar Teilnehmenden einen Einblick in ihre Arbeit: Schwester Imelda Poole (Vorsitzende RENATE), Inge Bell (Vorsitzende SOLWODI Bayern e.V., Stellvertretende Vorsitzende TERRE DES FEMMES e.V.) und Schwester Patricia Ebegbulem (Leiterin Bakhita House in Lagos, Nigeria). Eine Aufzeichnung des englischsprachigen Webinars finden Sie hier.

I Am Her Voice

Auch die Online-Vernissage und Preisverleihung zu „I Am Her Voice“ fand am Abend des 8. März statt. Der Foto- und Kunstwettbewerb gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution, Ausbeutung und Gewalt, der auf eine Initiative der BONO-Direkthilfe und Chance Swiss zurückgeht, ermunterte mehr als 300 Künstlerinnen – darunter Betroffene – über einen Zeitraum von drei Monaten über 1000 Werke einzureichen. Am Internationalen Frauentag wurden nicht nur die teils mehrfach besetzten ersten fünf Plätze gekürt, sondern auch einige Jury-Stimmen kamen zu Wort. „Da, wo die Worte aufhören, fängt die Kunst an“, so z. B. die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Prof. Dr. Karla Verlinden. Die Bilder seien zwar „im Stillen“ entstanden, aber „eindrucksvoll laut“. Insbesondere bei Themen, die gesellschaftlich tabuisiert sind oder für die die begrenzte Bedeutungsmacht von Worten nicht ausreicht, so Verlinden, eigne sich die Kunst als Methode der Trauma-Bewältigung. Auch Sandra Norak, eine weitere Jury-Stimme, war beeindruckt. Was die Überlebende der Loverboy-Methode und Frauenrechtsaktivistin sonst mithilfe vieler Worte beschreibt, komme in den Fotografien, Gemälden, Postern und Co. auch ohne Worte deutlich zum Ausdruck: „Man wird auch verstanden, ohne dass man etwas sagen muss“, so ihr Schluss. In den Werken sieht Norak nicht nur bestätigt, dass Gewalt auch noch Jahre nach dem Erleben prägend sein kann, sondern erkennt auch die Resilienz Betroffener: Auch wenn man die Gewalt nicht vergisst, kann man sie überwinden und etwas Gutes kann daraus erwachsen, so Norak. Unter https://www.iamhervoice.de/ finden Sie die Online-Vernissage und Preisverleihung. Eine begehbare Wanderausstellung mit bereits mehreren festen Terminen und die Herausgabe eines Kunstbandes sind in Planung.

Vom Bordell ins Jurastudium

Dafür, dass Betroffene von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Ausbeutung und Gewalt sich nicht unterkriegen lassen, ist Sandra Norak selbst das beste Beispiel: Ebenfalls am 8. März – und damit schließt sich die Runde – waren ihr Ausstieg aus der (Zwangs-)Prostitution und ihr Weg zum Jurastudium auf ARD zu sehen. Der Dokumentarfilm von Max Kronawitter ist seit dem 9. März für ein Jahr in der ARD-Mediathek abrufbar.

Foto von EEAS

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