sexuelle ausbeutung missbrauch Netzwerk gegen Menschenhandel

Wer denkt, dass die Sklaverei im 19. Jahrhundert abgeschafft wurde, irrt sich leider. Schätzungen zufolge leben heute bis zu 45,8 Millionen (Global Slavery Index 2016) Menschen in Sklaverei – mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Jedes Land der Welt ist davon betroffen. Der große Unterschied zu früher ist, dass Sklaverei heute tatsächlich verboten ist und damit in der Schattenwelt operiert.

Armut als Ursache

Armut ist die wichtigste Wurzel für moderne Sklaverei. Armen Menschen ist oft der Zugang zum Bildungssystem oder Rechtsschutz verwehrt. Sie träumen von einem besseren Leben, haben aber wenig Hoffnung ihrer Situation zu entkommen. Ihre Bereitschaft Risiken einzugehen ist sehr hoch. Menschenhändler nutzen genau das aus. Sie versprechen ihnen eine bessere Zukunft durch einen guten Job in der Stadt oder in einem reicheren Land.

Definition Sklaverei

Sklaverei ist der Status oder Zustand einer Person, über die ein Besitzrecht ausgeübt wird. Die Person ist nicht frei, über ihr Leben und Handeln zu entscheiden. Dies beinhaltet auch Sklaverei ähnliche Praktiken wie Schuldknechtschaft, Zwangsheirat, Verkauf oder Ausbeutung von Kindern (wie in bewaffneten Konflikten). (Quelle: Global Slavery Index)

Definition Menschenhandel

Menschenhandel ist der Handel mit Menschen. Menschen werden zu Ware, gehandelt, transportiert, verkauft und ausgebeutet. Das Palermo-Protokoll von der Vereinten Nationen liefert die juristische Definition dafür. Es listet mehrere mögliche Mittel auf, die angewendet werden, um jemanden zu versklaven. Dabei genügt es schon, wenn eine Person getäuscht oder Macht missbraucht wurde oder die Hilflosigkeit eines anderen ausgenutzt wurde. Es muss keine physische Gewalt angewendet werden.

Der Zweck ist immer die Ausbeutung. Diese kann verschiedene Formen haben. Neben der sexuellen Ausbeutung und Arbeitsausbeutung gehört auch organisierte Bettelei oder Organhandel dazu.

Menschenhandel ist moderne Sklaverei. Sklaverei ist aber nicht automatisch Menschenhandel. Es ist wichtig, dass die beiden Begriffe unterscheidet werden. Man spricht von „moderner Sklaverei“, um sie von früheren Epochen abzugrenzen.

Wo findet Menschenhandel statt?

„Vom thailändischen Fischer an den Schleppnetzen, zum kongolesischen Jungen, der Diamanten abbaut, vom usbekischen Kind, das Baumwolle pflückt, zum indischen Mädchen, das Fußbälle zusammennäht, von den Näherinnen in den Textilfabriken, zu den Kakaopflückern, ihre Zwangsarbeit konsumieren wir." (Global Slavery Index 2014, S.11)

Sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung auch in Deutschland

Menschenhandel geschieht auch in Deutschland mitten unter uns. Am stärksten betroffen ist die Sexindustrie. Auch in anderen Bereichen der Wirtschaft werden Menschen ausgebeutet. Arbeitsausbeutung findet unter anderem in der Landwirtschaft, dem Baugewerbe, der Produktion, der Gastronomie oder in Haushalten statt.

„Die hier erwähnten Branchen haben einige gemeinsame Merkmale. Die Jobs sind arbeitsintensiv, oft mit dreckiger Arbeit verbunden, erniedrigend und gefährlich. […] Eine effektive Kontrolle dieser Wirtschaftsbereiche ist schwierig.“ (BKA)

 

Menschenhandel ist organisierte Kriminalität. Die Drahtzieher können kleinere Gruppen wie Familien oder große internationale Banden sein.

Quellen: Global Slavery Index, Palermo Protokoll

 

 

Zahlen und Fakten

Statistiken rund um das Thema „Menschenhandel“ und „Sklaverei“ basieren meist auf Daten von Behörden (tatsächlich identifizierte Opfer) oder sind Hochrechnungen davon und Schätzungen.

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Warum blüht der Handel mit Menschen?

Sklaverei ist nichts Neues. Die Menschen beuten sich schon seit Anfang der Geschichte gegenseitig aus. Verschiedene Faktoren tragen heute dazu bei, dass der Handel mit Menschen und deren Ausbeutung ein florierendes Geschäft ist.

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Neue Zahlen von der ILO

Die ILO (International Labour Organization) veröffentlichte im September 2017 neue Zahlen zum Thema Moderne Sklaverei: 2016 waren 40,3 Millionen Menschen von Zwangsarbeit und Zwangsehen betroffen. Sie werden ausgebeutet, misshandelt und wie Waren angesehen. Die Flucht gelingt selten, denn Gewalt, Nötigung und Drohungen stehen auf der Tagesordnung.

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